Fast jeder Hundehalter hat dazu eine bestimmte Meinung oder hat von anderen Hundehaltern zu diesem Thema etwas gehört. Meistens geht es in diesem Zusammenhang um Hundebegegnungen. Wird dann ein Hund vom Menschen auf den Arm genommen, hört man oft „Jetzt steht er im Rang ja über dem Hund auf dem Boden“ oder „Nun wird er noch mehr Angst haben“. Doch stimmt das wirklich?

Überlegen wir einmal: Wir Menschen tragen unsere Babys und auch später bis zu einer gewissen Größe unsere Kinder auf dem Arm, in der Tierwelt gibt es Beuteltiere, die ihre Nachkommen eine Zeitlang im Beutel tragen und auch Hundemütter nehmen ihre Kleinen auch mal in den Fang und tragen sie. Warum also ist es so weit verbreitet, dass wir Menschen Hunde nicht auf dem Arm nehmen sollten?

Sicher ist es fragwürdig wenn Hunde NUR getragen werden. Doch schauen wir uns verschiedene Situationen an, in denen es durchaus sinnvoll ist den Hund auf den Arm zu nehmen.

Wer mit seinem Hund unterwegs ist und anderen Hunden, die zudem z.B. auch noch frei laufen, begegnet und in dem Moment alles gegen Sozialkontakt spricht (siehe dazu auch unser Artikel zum richtigen Sozialkontakt) und der andere Hundehalter sich nicht an die Regeln hält und den Hund trotzdem nicht anleint, sollten wir dann den eigenen Hund trotzdem der Situation aussetzen? Natürlich nicht. Es gibt oft die Möglichkeit einfach umzudrehen oder auszuweichen aber nicht immer. Wer dann einen Welpen, einen jungen oder insgesamt so kleinen Hund hat, dass er getragen werden kann, sollte dies in solchen Momenten tun – und das mit Ruhe und Gelassenheit. So wird der Hund aus der Situation herausgenommen und erhält Schutz beim Menschen. Zum Beispiel ängstliche Hunde können so zunächst aus einer sicheren Distanz beobachten. Oft es ist auch nur so möglich den Erstkontakt durch den Menschen sicherzustellen, eben weil frei laufende entgegenkommende Hund nicht leicht zu beeinflussen sind – vor allem wenn die Halter noch in weiter Ferne sind.

Es spricht auch nichts dagegen nach einer Weile den Hund auch wieder abzusetzen und zunächst zwischen die Beine zu nehmen und doch ein Kontakten zu ermöglichen, insofern der eigene Hund dies auch möchte. Auch Hunde mit Vorhaltensauffälligkeiten wie Angst oder Aggression gegenüber Artgenossen können zum einen auf diese Art und Weise ruhig an die Reize herangeführt werden und sich dabei immer wieder am Menschen orientieren, da dieser aktiv auf die Situation reagiert hat mit dem Signal an den Hund, dass dieser nicht verantwortlich ist, in dem er auf dem Arm ist. Würden Sie Ihr Kind in einer unübersichtlichen Situation nicht wenn es möglich ist auch zunächst auf dem Arm nehmen?

Zur Vollständigkeit soll nicht verschwiegen werden, dass es durchaus möglich ist, dass die entgegen kommenden Hunde an dem Menschen hochspringen könnten, die den eigenen Hund auf den Arm genommen haben. Im schlimmsten Fall kann es dabei auch zu Bissverletzungen kommen, was sicher selten ist aber möglich. In dieser Extremsituation kann man fast immer davon ausgehen, dass es so oder so aber zu Verletzungen gekommen wäre, vermutlich wäre nur der eigene Hund das Opfer gewesen.

Vertrauen Sie am Ende Ihrem Bauchgefühl, wie Sie in solchen Situationen vorgehen. In den allermeisten Fällen kommen andere Hund nicht mit Verletzungsabsicht auf Sie und Ihren Hund zu und das auf dem Arm nehmen kann für Ihren Hund Entspannung bedeuten. Dafür sollten Sie dies vorher schon mehrmals in positiven Situationen getan haben, zum Beispiel beim Abschalten oder beim Einschlafen.